Weniger Barrieren, mehr Wohnkomfort!

Abends mit Einkäufen nach Hause kommen, die Haustür aufschließen, Lichter anschalten und in der Küche schon mal eben die Lebensmittel in den Schrank räumen – für die meisten eine ganz normale Alltagssituation. Doch sie kann schnell zur Herausforderung werden: nach einem Sportunfall, wenn man im Alter auf eine Rollator angewiesen ist oder sich eine Sehschwäche einstellt. Dann werden drei Stufen am engen Hauseingang, fehlende Haltegriffe an der Tür, schlecht erreichbare Lichtschalter und zu hohe Küchenschränke zu mühevollen Hindernissen. Im schlimmsten Fall ist ein Umzug nötig.

Wenn Sie sicherstellen möchten, auch im Alter oder mit einem körperlichen Handicap in Ihrem gewohnten Umfeld wohnen zu können, dann ist eine energetische Modernisierung der ideale Zeitpunkt, die richtigen Vorkehrungen zu treffen. Sie tauschen die Terrassentür aus? Prima, dann bauen Sie gleich die Schwelle zwischen Wohnzimmer und Terrasse ab. Sie sanieren feuchte Kelleraußenwände? Dann überlegen Sie doch, ob Sie gleich Barrieren beim Kellereingang reduzieren und einen bequemen Zugang zum Haus schaffen können.

Jede Modernisierungmaßnahme bietet Ihnen die Chance, für die Zukunft vorzusorgen. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick, wo Sie diese Möglichkeit nutzen können!

Gebäudezugang

Eines der größten Hindernisse am Haus, gerade in Bremen, sind Treppenstufen vor dem Eingang. Den Gebäudezugang zu überdenken, bietet sich an, wenn die alte Haustür den energetischen Ansprüchen nicht mehr genügt, die feuchte Kellerwand trockengelegt oder die Fassade bis hinunter zum Keller gedämmt werden soll.

Das sollten Sie beachten:

  • Wenn möglich sollte eine Rampe installiert werden.
  • Treppenstufen sollten keine Überstände aufweisen.
  • Beläge von Rampe oder Treppe müssen rutschfest sein.
  • Versehen Sie die Treppe bzw. die Rampe mit beidseitigen Handläufen.
  • Überdachen Sie den Eingangsbereich - so können Sie auch bei schlechtem Wetter in Ruhe nach dem Schlüssel suchen und Kinderwagen, Rollator o.Ä. vor der Witterung schützen.
  • Installieren Sie eine ausreichende Lichtquelle, die mit einem Bewegungsmelder ausgestattet ist.
  • Entscheiden Sie sich für eine Haustür mit Handknauf oder Stange zum Festhalten.
  • Die Tür sollte mindestens 90 Zentimeter breit sein.
  • Freiliegende Fußmatten und Roste sind Stolperfallen. Lassen Sie sie innen und außen in den Boden ein.

Ihr idealer Ansprechpartner:

kom.fort, Beratung für barrierefreies Bauen und Wohnen

kom.fort
Landwehrstr. 44
28217 Bremen

Telefon 0421 - 79 01 10
E-Mail-Adresse
www.kom-fort.de

Öffnungszeiten:
Di., Do., Fr. 10-13 Uhr
Mi. 10-13 Uhr und 15-17 Uhr

Fenster & Terrassentür

Der Austausch von Fenstern steht bei jedem Haus früher oder später an. Häufig geht diese Maßnahme Hand in Hand mit einer Außendämmung.

Das sollten Sie beachten:

  • Bringen Sie Fenstergriffe so an, dass sie auch sitzend zu erreichen sind.
  • Noch komfortabler wäre ein automatischer Steuerungsmechanismus. Damit lassen sich Fenster mit einer Fernbedienung öffnen und schließen.
  • Reduzieren Sie Stolperfallen zwischen Wohnzimmer und Terrassentür.
  • Entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für eine Fenstergröße und -position, die auch im Sitzen ein Herausschauen ermöglichen.
  

Balkonsanierung

Alte Balkone sind oft Wärmebrücken, über die Energie verloren geht. Risse in den Belägen oder eine neue Verankerung im Rahmen einer Fassadendämmung können ebenfalls Gründe dafür sein, den Balkon umfassend zu erneuern. Eine gute Gelegenheit, Barrieren abzubauen.

Das sollten Sie beachten:

  • Achten Sie bei der neuen Balkontür auf eine ausreichende Breite.
  • Vermeiden Sie Schwellen zwischen Innen- und Außenbereich, beispielsweise durch Anhebung des Bodenbelags auf dem Balkon.
  • Bei einem ganz neuen Balkon sollten Sie auf ausreichend Bewegungsfreiheit achten.
  • Eine Brüstung sollte sichtdurchlässige Elemente aufweisen.
  

Badsanierung

Das sollten Sie beachten:

  • Nutzen Sie eine breite (80-90 Zentimeter) nach außen aufschlagende Tür oder eine Schiebe-/Falttür.
  • Stellen Sie eine Bewegungsfläche von mindestens 1,20m x 1,20 m her.
  • Ersetzen Sie Ihre Duschwanne durch eine bodengleiche Dusche.
  • Installieren Sie einen unterfahrbaren Waschtisch.
  • Hängen Sie Ihr WC höher als bislang.
  • Denken Sie an verstärkte Vorwandinstallationen, die problemloses das Nachrüsten von Haltegriffen möglich machen.
  • Statten Sie die Nassbereiche mit rutschhemmenden Bodenbelägen aus.
  

Heizungsmodernisierung

Eine komfortable Anordnung und nutzerfreundliche Bedienung der Heizungen im Haus kann Ihren Alltag erheblich erleichten. Die ideale Lösung fürs Alter ist eine automatische Heizungssteuerung, die entweder alle Heizungen zentral kontrolliert oder Heizkörper einzelner Räume ansteuert.

Das sollten Sie beachten:

  • Überlegen Sie, ob derzeit Heizkörper Wandfläche beanspruchen, die Sie irgendwann anders nutzen müssen.
  • Montieren Sie die Thermostatventile weder zu niedrig noch zu hoch. Die Komforthöhe liegt zwischen 85 und 105 cm.
  

Orientierung & Sicherheit

Manchmal lohnt es sich, Materialien und Farben nicht nur nach ästhetischen Kriterien auszuwählen. Mit ein paar Kniffen können Sie dabei nämlich etwas für Ihren Komfort und Ihre Sicherheit im Alter tun.

Das sollten Sie beachten:

  • Materialien können fühl- und tastbare Markierungen vorgeben, beispielsweise am Anfang und am Ende von Treppen.
  • Rutschhemmende Bodenbeläge bieten oft mehr Sicherheit als rutschfeste.
  • Eine farbliche Absetzung von Schaltern und Knöpfen ermöglicht es, sie auch bei Dämmerung und in der Dunkelheit zu finden.
  • Akkustische oder optische Signale können bei Seh- bzw. Hörschwäche eine große Hilfe sein, beispielsweise bei der Haustürklingel.
  

Weniger Barrieren dank technischer Details

Im Rahmen von Modernisierungsmaßnahme, aber auch unabhägig davon, können Sie sich mit einigen technischen Elementen das Leben einfacher machen. "Smart Home" nennt man das intelligente Wohnen, das mit einzelnen Produkten oder auch mit allumfassenden Systemen erreicht werden kann. Nicht nur der Wohnalltag wird verbessert, auch die Energieverbräuche können reduziert werden. Auch erneuerbare Energien können mittels Smart Home intelligent gesteuert und bedarfsgerecht zur Heizungssteuerung oder zum Betrieb der Waschmaschine genutzt werden.

Diese Elemente zählen zum Smart Home:

  • Zeit-Relais-Schalter, die z.B. den Herd automatisch abschalten
  • Steckdosen mit Orientierungslicht
  • Bewegungsmelder
  • Komfortschalter mit Zeitautomatik und Bewegungssteuerung
  • Rolladensteuerung
  • Fenstersensoren
  • zentrale Heizungssteuerung